Montag, 30. Juli 2018

Wochenende

Es ist gerade zwar Montag Abend und das Wochenende damit schon längst vorbei aber trotzdem wollte ich noch ein bisschen was berichten.

Wie immer habe ich eigentlich erst am Samstag Vormittag so richtig entschieden, was ich mache. Diesmal war der Wetterbericht im Vorfeld etwas gemischt, wurde dann aber besser. Daraufhin habe ich mich auf den Weg nach Süden gemacht, zu einem Radweg, mit dem ich schon länger geliebäugelt hatte. Wie irgendwie anscheinend die meisten offiziellen Radwege hier war auch das eine ehemalige Bahnstrecke. Das hat den Vorteil, dass es relativ flach zugeht, aber auch den Nachteil, dass man die gleiche Strecke wieder zurück fahren muss. Der ganze Radweg ist 62 km lang was mir hin und zurück eindeutig zu lang gewesen wäre. Aber in der zweiten Hälfte wäre sowieso eine Baustelle gewesen, darum habe ich mich mit in etwa der ersten Hälfte begnügt.

Am Anfang des Radwegs war ein gesonderter Parkplatz samt Toiletten und einer Art Fahrradreparaturstation. Die sieht man hier öfter, es ist ein einfacher, fest montierter Fahrradhalter in dem man das Fahrrad am Sattel aufhängen kann um es zu reparieren. Außerdem gibt es, ebenfalls fest montiert, eine Luftpumpe sowie etwas Werkzeug an Stahlseilen. Zu reparieren hatte ich nichts, allerdings hatte die Kette angefangen zu quietschen, da ich im Nassen gefahren war. Auf dem Weg hatte ich mir darum noch etwas Öl gekauft und konnte jetzt hier ganz bequem die Kette ölen.

Anschließend ging es erstmal durch eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit überwiegend Maisfeldern. Später kamen dann kleinere Wäldchen und große und kleine Seen samt Sumpfgebieten dazu. Die Farmen hier haben ganz oft Scheunen mit einer ganz charakteristischen Form und gerne in rot, außerdem gehören irgendwie immer ein paar Silos mit dazu.



Der Radweg war vor einigen Jahren neu asphaltiert worden und es lief darum recht gut. Unterwegs kam dann eine große Putenfarm die sich ein paar hundert Meter am Radweg entlang erstreckt hat. Aber irgendwo muss der Turkey ja herkommen, den es hier relativ oft gibt.



Zwischendurch ging es durch ein eher verschlafenes Provinzstädtchen mit nicht einmal 2000 Einwohnern. Danach kam dann ein Schild, dass die Strecke etwas schlechter würde und das stimmte auch. Ab da gab es wieder die hier so häufigen eingesunkenen Querrisse im Asphalt samt Schlaglöchern. Dabei habe ich mich schon öfter gefragt, ob das jetzt nur an den strengen Wintern oder nicht doch auch am einfacheren Aufbau der Wege beziehungsweise des Untergrunds liegt. Auf jeden Fall hat der Spaß etwas gelitten und ich hatte mich schon gefragt, ob ich gleich umdrehen sollte. Dann kam aber doch bald mein eigentlich angestrebtes Zwischenziel Elysian. Das ist ein wirklich kleines Städtchen mit gerade mal 650 Einwohnern aber richtig nett verschlafen, es sieht aus als ob die Zeit vor einigen Jahrzehnten stehen geblieben wäre.


Auf dem Rückweg hat sich dann auch herausgestellt, dass es zwischendurch doch leicht bergauf gegangen war, es ging zurück nämlich einiges flotter.

Am Sonntag ging es dann aber zur Abwechslung ein bisschen wandern, ganz in der Nähe im Afton State Park in dem ich auch schon zweimal abends kurz war. Zuerst ging es durch offene Prärie und es war irgendwie heißer und drückender als ich gedacht hatte. Dafür war der Weg sehr nett, einfach nur gemähtes Gras.



Danach kam ein Stück durch den Wald entlang eines trockenen Bachs. Da war es zum Glück etwas kühler, dafür ging es ganz ordentlich hoch und runter. Insgesamt fand ich es überraschend anstrengend und so blieb es bei einer relativ kleinen Wanderung.


Die letzten Male hatte der Fluss an dem der Park liegt, der St. Croix, noch ziemlich Hochwasser. Das war inzwischen dann aber zum Glück zurück gegangen. Dadurch war der Badestrand nicht mehr überschwemmt und ich konnte noch eine Runde im Fluss schwimmen gehen. Das war eine sehr willkommen Abkühlung.

Nachdem es etwas abgekühlt hatte bin ich abends dann aber doch nochmal aufs Fahrrad um eine kleine Runde vom Hotel aus zu drehen. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch eine Kleinigkeit eingekauft. Vor dem Laden gab es einige Fahrradständer aber ich weiß nicht, ob die groß verwendet werden. Zumindest hat mich der Kassierer auf meinen Helm hin angesprochen, ob ich mit dem Fahrrad gekommen wäre. Dabei hat er einen eher überraschten Eindruck gemacht. Mein Eindruck ist, dass man hier entweder Einkaufen oder Radfahren geht – aber nicht mit dem Fahrrad zum Einkaufen.