Gestern war am Feierabend wieder einmal einkaufen angesagt, dabei habe ich wieder einmal einen anderen Supermarkt ausprobiert. Nach dem Abendessen bin ich noch eine Runde mit dem Fahrrad gefahren und habe mir dann später noch einen Film im Fernsehen angesehen. So wurde es ein bisschen spät aber glücklicherweise konnte ich heute Morgen etwas länger schlafen. So lange, dass ich nach dem morgendlichen Telefonat mit zu Hause mich sogar ein bisschen beeilen musste, damit ich noch Frühstück bekomme.
Vor zwei Wochen sind mir in Minneapolis ja schon die Radwege aufgefallen und auch die Tatsache, dass Samstags in der Stadt gar nicht so viel los ist. Also habe ich mich nach dem Frühstück dann auf den Weg gemacht. Wobei ich mir vorher eine Gegend zum Parken überlegt und mir vor allem den Weg dahin gemerkt habe, was dann auch erstaunlich gut geklappt hat. Bisher musste ich dann doch oft unterwegs das Handy zu Hilfe nehmen um den Weg zu finden.
Als erstes ging es über den Midtown Greenway einen Radweg, von dem mir bei der Radtour letzten Sonntag jemand erzählt hat. Es ist eine ehemalige Bahnstrecke wohl ausgelöst durch die Initiative eines einzelnen zum Radweg ausgebaut wurde. Beim Bau musste die Bahnstrecke tiefer gelegt werden und so fährt man nun unter den ganzen Straßen einfach drunter durch.
Etwa in der Mitte findet sich direkt am Radweg auch noch ein Fahrradladen mit angeschlossenem Café. Wobei mir das zu früh war und ich einfach weiter gefahren bin. Nach etwa 8 km führt der Radweg zu einer Reihe von Seen im Westen von Minneapolis, der sogenannten Chain of Lakes. Die Seen liegen in Parks und werden gerade jetzt im Sommer entsprechend gut genutzt. Es gibt das ganze Programm von Picknickplätzen bis zum Bootsverleih.
Natürlich auch Radwege um die Seen, wobei die als Einbahnstraße ausgewiesen sind, vermutlich weil hier dann doch viel los ist. Der größte See hieß bis Anfang diesen Jahre übrigens Lake Calhoun, hat seitdem aber wieder offiziell den indianischen Namen Bde Maka Ska. Nachdem ich den einmal umrundet habe, bin ich in Richtung Downtown gefahren, der Teil mit den Hochhäusern. Das ging über einen anderen Radweg, der dann sogar halb unter dem Baseballstadion durch geführt hat. Anschließend musste ich ein Stück über normale Straßen fahren, die allerdings eine gesonderte Fahrradspur hatten. An den Ampeln gab es teilweise sogar extra Fahrradampeln.
In der Innenstadt gibt es eine Straße, die für Fußgänger, Radfahrer und die Linienbusse reserviert ist. Eigentlich fast eine Fußgängerzone, aber die Fahrspur für die Busse und Fahrräder nehmen dann doch etwa die Hälfte der Straße ein. Ganz ungewohnt ist, dass es in der Straße nur wenig Geschäfte gibt. Teilweise stehen auch größere Läden leer. Zum Einkaufen geht man hier dann doch wohl eher in ein Einkaufszentrum und nicht unbedingt in die Innenstadt. Dafür konnte ich mich gemütlich in einen der blauen Schaukelstuhl setzen und noch ein bisschen Telefonieren.
Von dort bin ich dann auf dem kürzesten Weg an den Mississippi denn an dem führt ein gut ausgebauter Radweg entlang. Der hat mich direkt zum Auto gebracht, allerdings bin ich da erstmal vorbei gefahren, da ich noch Lust zum Radfahren hatte. Ein Stück weiter gibt es nämlich die Minnehaha Falls, einen Wasserfall der hier recht bekannt ist, ich finde aber vor allem den Namen irgendwie witzig.
Wieder zurück am Auto waren es dann doch auch wieder 40 km und die fast ausschließlich auf Radwegen oder zumindest -spuren. Aber es hatte inzwischen auch wieder über 30 °C und mir war vom Radfahren recht war. So war ich wiedermal ganz froh über die Klimaanlage im Auto. Zurück im Hotel bin ich direkt unter die Dusche und später habe ich mir dann noch einen Eiskaffee gemacht.