Durch den Feiertag war es im Büro diese Woche sowieso ruhig und am Freitag hat sich das nochmals verstärkt. Viele haben von zu Hause gearbeitet, so dass es wirklich sehr ruhig zu ging. Die Gelegenheit habe ich genutzt, um mal für hiesige Verhältnisse früher ins Wochenende zu starten. Wobei dann erstmal Einkaufen angesagt war, was sich wieder zu einem kleinen Abenteuer entwickelt hat. So habe ich es mal gewagt, an der Theke mir etwas geschnittenes Corned Beef zu kaufen – das ist hier nicht das, was man bei uns aus der Dose kennt, sondern eine Art leicht gepökeltes Rindfleisch. Nun ja, ich habe ein paar Unzen verlangt, weil ich dachte, dass das die übliche Einheit ist. Das war aber nicht so oder ich wurde nicht richtig verstanden, aber am Ende waren es 0,8 lb also über 350 g. Ganz so viel wollte ich eigentlich nicht. Für die nächste Verwirrung haben die Preise im Supermarkt gesorgt, am Salat stand beispielsweise 2 für $5. Erst an der Kasse habe ich dann verstanden, dass man dann nicht unbedingt 2 kaufen muss sondern einer eben $2,50 kostet. Zum Kochen habe ich mir auch noch Steak gekauft, da ging es dann doch wieder nach Unzen und die Preise waren mal pro Pfund und mal pro Stück.
Heute Vormittag war dann etwas Geschichte angesagt. Hier gibt es in der Nähe des Flughafens das frühere Fort Snelling, die erste amerikanische Siedlung im weiten Umkreis und eine Zeit lang der nordwestlichste Außenposten der USA. Es liegt auf einem felsigen Hochufer am Zusammenfluss des Mississippi und des Minnesota und man hat auch noch eine nette Aussicht mit Minneapolis im Hintergrund.
Wobei die Idylle trügt, auf der anderen Seite liegt direkt der Flughafen. Daher bin ich auch jedesmal wenn ich bisher hier war, an den Schildern zum Fort vorbei gefahren, nur gesehen hatte ich es noch nie. Das habe ich jetzt heute nachgeholt. Das Ganze ist ein Freilichtmuseum mit ein paar originalen und einigen rekonstruierten Gebäuden. Hier steht auch das älteste noch stehende Gebäude in ganz Minnesota, das dann doch aus den 1820er Jahren ist.
Wie es hier öfter ist gibt es dazu noch Leute in historischen Uniformen, das einem Geschichten dazu erzählen oder Sachen vorführen. So gab es gegen 12 eine kleine Exerzierübung und es wurde eine Kanone abgefeuert.
Gleich im Anschluss wurde auch noch mit Vorderladern geschossen.
Was mich in dem Museum dann doch positiv überrascht hat, war wie die wechselvolle Geschichte der Gegend dargestellt wurde. So ging es durchaus kritisch sowohl darum, wie die ursprünglich hier lebenden Daktoa-Indianer behandelt und schlussendlich vertrieben wurden also auch um die Sklaven der Offiziere. Dazu kam im Besucherzentrum eine Ausstellung zur Internierung von Amerikanern mit japanischen Vorfahren im zweiten Weltkrieg.
Unterhalb des Fort liegt ein State Park, in dem ich anschließend noch ein bisschen Spazieren gegangen bin. Nur leider haben die Flüsse noch immer Hochwasser und einiges ist überflutet, so dass man eigentlich nicht richtig ans Flussufer kommt.
Zum Abendessen gab es dann ein Steak aus der Pfanne. Wobei auch das nicht ganz so einfach war. In meinem Hotelzimmer kann man kein Fenster aufmachen und der Dunstabzug bläst die Luft auch nur im Kreis. So hat es beim Braten des Steaks halt etwas gedampft und irgendwann hat plötzlich der Rauchmelder gepiepst. Nur kann man halt nicht viel machen, wenn kein Fenster aufgeht. Kurz darauf hat dann aber auch die Rezeption angerufen und nachgefragt, ob bei mir alles in Ordnung sei. Da bekam ich dann noch den Tipp, die Lüftung im Bad anzuschalten. Das hat dann wirklich etwas gebracht, mehr als die Klimaanlage, bei der hatte ich das Gebläse nämlich schon auf die höchste Stufe gestellt.