Als es um das Scheiden ging, kam die Frage, ob die Sandwich-Dicke in Ordnung wäre. Da musste ich erstmal passen, bis die Verkäuferin auf ein Schild oben an der Wand gezeigt hat auf dem die Stärken erklärt waren. Sandwich war mit einem halben Zoll das dünnste und damit auf jeden Fall das beste. Als ich dann noch gemeint habe, dass ich es eher so mit den metrischen Größen hätte meinte die Verkäuferin dann, dass die 13 auf die Anzeige der Brotschneidemaschine wohl Millimeter sein müssten. Sie hatte in der Schule nämlich metrische Größen gelernt, weil in den 70er-Jahren die USA wohl mal auf eine Umstellung hin gearbeitet hatten.
Danach ging es zum Fisch, weil ich mir eigentlich gedacht hatte, ich könnte nochmal Lachs machen. Im Angebot war Atlantik-Zuchtlachs aus Chile – das Chile am Pazifik und sich der Name darum auf die Art von Lachs beziehen muss wäre ja noch gegangen. Aber nachdem auf dem Etikett stand, dass Farbstoff zugesetzt war, hatte sich das auch erledigt. Die Alternative war frischer, nicht tiefgefrorener Wildlachs aus Alaska, wobei mir da die umgerechnet €50/kg auch wieder nicht gefallen haben. Da habe ich mir eigentlich vorgenommen, in einem anderen Laden nach Lachs zu schauen.
Kurz darauf habe ich dann entdeckt, dass es ein deutsches Spezialitätenregal gibt. Da fanden sich dann Essiggurken, verschiedener deutscher Senf, Sauerkraut, Schokolade, Heringsdosen und auch Sprudel. Nichts davon hat mir bis jetzt gefehlt aber interessant war die Auswahl schon.
Im Laufe des weiteren Einkaufens habe ich mich dann dazu entschlossen, Käsespätzle zu machen. Das hatte ich schon mal überlegt, aber hatte dann vor dem Mehl kapituliert. Danach hatte ich mich aber im Internet schlau gemacht und so wusste ich inzwischen, welches Mehl ich kaufen kann. Das es hier Mehl mit Backpulver gibt wusste ich ja schon. Dafür aber noch nicht, dass es ein Gesetzt gibt, ausgemahlenes Mehl mit Vitaminen anzureichern. Außerdem auch, dass das Gerstenmalz im Mehl wohl für eine schönere Farbe sorgen soll. Zuletzt ist das bleichen von Mehl hier wohl Standard, in der EU aber verboten. Also wurde es ein ungebleichtes Allzweckmehl, das entspricht wohl am ehesten unserem normalen Mehl. Wobei auf einer Seite auch gleich stand, dass sich das amerikanische Mehl sich wohl auch durch den verwendeten Weizen von unserem unterscheidet und mehr Eiweiss enthalte.
Heute war dann aber erstmal wieder eine Radtour angesagt. Wieder einen auf einer ehemaligen Bahnstrecke, aber diesmal von St. Paul nach Osten nach Stillwater am St. Croix. Der Radweg wurde mir schon in der ersten Woche empfohlen und er ist wirklich schön. Der erste Teil hat vielleicht ein bisschen viele Stopstellen, wobei die hier von den Radfahrern eher großzügig gesehen werden. Aber es geht hauptsächlich durch Wald und ist dadurch schön schattig. Unterwegs gab es dann auch überraschende Tiere zu sehen: Zuerst eine Schildkröte und später dann noch eine Truthenne mit einem Jungen. Beides Mal war ich leider so überrascht, dass ich vergessen habe, ein Foto zu machen.
In Stillwater war ich auch früher schon Mal. Es ist relativ nett am Fluss gelegen und in der Gegend ein beliebtes Ausflugsziel. Es hat nämlich eine Art Altstadt mit etlichen kleinen Läden, unter anderem auch von Käthe Wohlfahrt. Auch das hat mir beim besten Willen nicht gefehlt. Netter finde ich dann schon die alte Hubbrücke über den Fluss, auch wenn sie zur Zeit leider wegen Bauarbeiten für den Autoverkehr geschlossen ist.
Nach einem Kaffee bin ich dann auf dem gleichen Weg wieder zurück gefahren und habe erst da das Schild zum Gasthaus Bavarian Hunter gesehen. Den kannte ich schon vom Erzählen und musste dann doch kurz einen kleinen Abstecher machen und mir das ansehen. Von außen macht es wirklich eine relativ authentischen Eindruck, nicht nur die Schilder, Fahnen und Sonnenschirme von Münchener Brauereien. Nein, ganz deutsch hängt sogar eine Speisekarte neben dem Eingang. Trotzdem habe ich auf ein Radler verzichtet, sonst wäre der restliche Rückweg vermutlich anstrengend geworden.
Heute Abend gab es dann die Käsespätzle was besser als befürchtet geklappt hat. Dank des Internets wusste ich wie man Gramm in Cups umrechnet, zum Glück gibt es nämlich einen Messbecher. Nach meinem Gefühl hat sich das mit dem Eiweissgehalt des Mehls beim Machen gezeigt, ich musste nämlich erstaunlich viel Wasser hinzugeben, damit der Teig die richtige Konsistenz hatte.
Schaumlöffel gibt es leider keinen aber mit einen Pfannenwender und einen Kochlöffel mit Schlitzen und damit habe ich die Spätzle ganz gut aus dem Wasser bekommen. Sogar die Einstellung des Herds ging erstaunlich gut, normalerweise stehe ich da nämlich etwas mit ihm auf Kriegsfuß. Zwischendurch musste ich dann aber erstmal spülen, da ich die Teigschüssel anschließend für den Salat gebraucht habe. Da ich keine Auflaufform habe und mir nicht sicher bin, ob die Griffe der Töpfe den Ofen aushalten würden, habe ich die Käsespätzle auf dem Herd gemacht. Der Swiss Käse – der hat mit der Schweiz soviel zu tun wie der chilenische Lachs mit dem Atlantik – war erstaunlich gut aber sicherheitshalber hatte ich auch noch Speck mit angebraten.
So gab es dann also die aus meiner Sicht ganz klar besten Käsespätzle Nordamerikas und zwar beidseits des Mississippi. Mit der Menge hatte ich mich ein bisschen verschätzt aber das war das kleinste Problem. Damit sich der Aufwand lohnt, habe ich gleich mehr Spätzle gemacht, mal sehen, wie ich den Rest morgen verarbeite.






